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Yin-Yoga

Vorab möchte ich dir ein wunderbares Büchlein über Yin-Yoga empfehlen, es ist gerade neu auf den Markt gekommen und heisst "Yin-Yoga des Herzens" von Tanja Seehofer und Doris Iding (mehr dazu unter dem Button im Menü "Meine Empfehlungen/Bücher").


Yin-Yoga ist ein Lebensprinzip, ein Weg des Herzens, weil es über den Körper und unsere Gefühle unser ganzes Sein erreicht!

 

Durch das lange Verweilen in einer Haltung - zwischen 3 - 5 Minuten - ist Yin-Yoga die ideale Praxis, um den Körper und hier insbesondere den Rücken zu entspannen und bei sich selbst anzukommen. Yin-Yoga ist ein passiver Yogastil, der in erster Linie aus solchen Asanas besteht, die ohne oder nur mit geringer Muskelanspannung ausgeführt werden. Die Übungen wirken besonders auf den unteren Rücken, die Wirbelsäule, die Hüften, Beine und den Bauch.

 

Yin-Yoga wird gerne mit einer Akupunkturbehandlung verglichen, weil es den Fluss der Lebensenergie (Chi oder Prana) durch die feinstofflichen Energiebahnen (Meridiane oder Nadis) anregt und dadurch die Selbstheilungskräfte stimuliert. Darüber hinaus, und das macht Yin-Yoga so besonders, wirkt es auf die Faszien des Körpers - jenes muskuläre, faserige, kollagenhaltige Bindegewebe, das den ganzen Körper durchdringt. Bis vor kurzem hat man ihm keine Bedeutung geschenkt, aber heute weiß man, dass es ein dynamisches Stützkorsett für alle inneren Organe, alle Muskeln, ja sogar den ganzen Körper bildet. Die Faszien sind das bedeutendste Sinnesorgan für die eigene Körperwahrnehmung und bei entsprechender Dehnung Schmerzen lindern und im besten Fall sogar heilen kann und uns darüber hinaus maßgeblich darin unterstützen kann, bis ins hohe Alter hinein beweglich zu bleiben. Es gibt im Yoga den Spruch:

Die Beweglichkeit seiner Wirbelsäule verrät das wahre Alter eines Menschen! Bereits ab dem 30. Lebensjahr verliert das Bindegewebe an Elastizität, deshalb kann Yin-Yoga dem Alterungsprozess an dieser Stelle besonders entgegenwirken. Aufgrund seines hohen Kollagenanteils ist das Bindegewege nicht sehr elastisch, sondern eher zäh und faserhaltig. Deshalb braucht es im Vergleich zu Muskeln relativ lange, bis es auf den Impuls einer Dehnung reagiert. Das bedeutet, dass Faszien nur auf einen gleichmäßigen Zug in einem entspannten Zustand der Asanas reagieren; die Reaktion stellt sich frühestens nach 3 Minuten in den tieferen Schichten ein.

 

Während in vielen Yoga-Stilen besonders auf einen geraden Rücken geachtet wird, legt Yin-Yoga Wert darauf, dass die Wirbelsäule während der Praxis niemals gerade ist, weil der Rücken durch die Beugung flexibler wird. Viel wichtiger ist es, weich in die Haltungen hineinzugehen und die Wirbelsäule soweit wie möglich zu beugen, ohne sie zu überdehnen. Hingegen stärkt ein gerader Rücken während der Asana die Muskulatur und verhilft zu einer aufrechten äußeren Haltung, was sich auch auf die eigene innere Haltung auswirkt. Somit betonen Yang-ausgerichtete Asanas die Stabilität, während Yin-ausgerichtete Asanas mehr Flexibilität schaffen - und beides ist notwendig für ein gesundes körperliches und geistiges Wohlbefinden. Aus diesem Grund ist eine ausgewogene Yin- und Yang-Yoga-Praxis zu empfehlen.

Das Besondere an der Yin-Yoga-Praxis ist der Ausgleich: Bei Menschen mit reduziertem Chi-Fluss wird das Chi angeregt und bei denen mit einem Überfluss an Chi wird der Fluss zurückgenommen. Genau diese Balance ist wichtig für den Erhalt der Gesundheit.

 

Da die Positionen über mehrere Minuten lang gehalten werden, bietet Yin-Yoga die Möglichkeit, in der Stille und bei geschlossenen Augen den eigenen Körperempfindungen, Gedanken und Gefühlen zu begegnen. Wir begegnen unseren Denk- und Verhaltensmustern wie Unruhe, Frustration, Ungeduld, Verurteilung und Langeweile. Bleiben wir achtsam, werden wir feststellen, dass alles kommt und auch wieder geht - alles, was wir wahrnehmen - ob es körperliche oder geistige Empfindungen sind, entsteht und vergeht. Dadurch kommen wir uns selbst näher und eine heilsame Versöhnung mit dem eigenen Sein kann stattfinden. Yin-Yoga wird ganz entspannt und ohne Leistungsdruck praktiziert. Sind wir nicht in der Lage, uns mit Gleichmut und Selbstliebe in die einzelnen Asanas hineinzubegeben, um uns für die Erfahrung zu öffnen, bleiben wir auf einer oberflächlichen Ebene der Praxis stecken. Dann entgeht uns der Schatz, der sich offenbart, wenn wir uns tiefer einlassen: die Erfahrung des Reinen Gewahrseins.

Yin-Yoga zeigt somit den Weg auf, den inneren und äußeren Kampf mit den Widersprüchen des Lebens aufzugeben und sich ganz in den Fluss des Seins hineinzubegeben. Je leichter und öfter dir das gelingt, desto mehr bist du in der Lage, die Gegensätze von Anhaften und Loslassen, Freude und Schmerz, Gewinn und Verlust, Geburt und Tod anzunehmen und aufzuhören, Widerstand zu leisten gegen das Leben, so wie es ist.

 

Die Ausführung der einzelnen Yin-Yoga-Haltungen wird in versch. Phasen unterteilt:

 

1. Einnehmen der Position: du gehst erstmal zu 80 % in die Haltung hinein um erst einmal "anzukommen" - ohne übermäßige Anstrengung.

 

2. Stillwerden in der Haltung: Du verweilst so ruhig wie möglich in der Haltung und vermeidest es, dich hin und her zu bewegen. Je ruhiger und entspannter der Körper und hier sind besonders die Muskeln gemeint, desto mehr wirst du automatisch in die Stellung "hineinschmelzen" und desto tiefer wird die Dehnung im umliegenden Gewebe und desto weiter wird auch dein Geist. Gehe mit deiner ganzen Aufmerksamkeit nach innen, ohne einen müden oder trägen Geist - im Gegenteil - du bist wach!

 

3. Verweilen in der Asana: Der Körper beginnt erwiesenermaßen, sich erst nach eineinhalb Minuten zu öffnen - sei  dir dessen bewusst. Lege jeglichen Ehrgeiz ab, höre auf deinen Körper, was er dir zu sagen hat. Finde deine eigene Grenze, ohne jegliche Vorgabe von "sollen" oder "müssen". Beobachte völlig wertfrei sämtliche Reaktionen -auch die des Atems - auf allen Ebenen deines Seins (Körper, Geist und Seele).

 

4. Auflösen der Position: Gehe ganz langsam und achtsam wieder aus der Asana heraus. Spüre behutsam in den Körper hinein und achte auf seine Bedürfnisse. Vielleicht signalisiert er dir, dass er noch in eine Gegenposition gehen möchte zum Ausgleich. Gib deinen Impulsen nach.